Montag - 09.02.2026
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Wie Österreichs Wein die Wirtschaft antreibt

Eine aktuelle Wertschöpfungsstudie der ÖWM

Wein prägt in Österreich Kultur, Landschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Laut einer aktuellen Studie der Economica GmbH im Auftrag der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) sicherte die heimische Weinwirtschaft 2023 über 68.000 Arbeitsplätze, erzielte eine Bruttowertschöpfung von 3,8 Milliarden Euro und brachte rund 1,2 Milliarden Euro Steuereinnahmen in die Kassen. Dabei profitieren nicht nur Winzer, sondern auch Gastronomie, Handel und Tourismus erheblich von dieser Branche.

Ob beim gemütlichen Heurigenabend, bei einem Dinner mit passender Weinbegleitung oder bei einer Radtour durch steirische Weinberge: Wein begleitet Alltag und Freizeit. Weniger sichtbar bleibt die wirtschaftliche Leistung, die hinter dem Kulturgut steckt. Die ÖWM hat daher gemeinsam mit Economica eine detaillierte Wertschöpfungsstudie erstellt, die die volkswirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus aufzeigt.

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Das Ökosystem rund um die Rebe

„Die wirtschaftliche Kraft des Weins reicht weit über das Achterl hinaus. Denn rund um die Rebe wirkt ein ganzes Wirtschaftsökosystem: vom Winzerbetrieb über den Tourismus bis hin zu Handel und Kulinarik. Es sind diese direkten und indirekten Effekte, die den Wein zu einem bedeutenden Wirtschaftsmotor machen“, erklärt Chris Yorke, Geschäftsführer der ÖWM.

Die Studie zeigt: 7,5 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion Österreichs stammen aus Weinbau, und die Branche trägt 0,9 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. Rund 1,2 Milliarden Euro fließen jährlich an Steuern in öffentliche Kassen, wovon 403 Millionen Euro den Bund erreichen, 137,5 Millionen die vier großen Weinbundesländer und 96 Millionen die übrigen Bundesländer. „Eine tragende Säule dieser wirtschaftlichen Leistung ist die hohe Qualität des österreichischen Weins, die mit einer hohen Reputation im In- und Ausland einhergeht“, betont Yorke.

Wein als Umsatzmotor für Gastronomie und Tourismus

Besonders stark profitiert die Gastronomie mit Beherbergung und Tourismus. Fast 1,5 Milliarden Euro, das entspricht rund 39 Prozent der Wertschöpfung, lassen sich direkt auf Wein zurückführen. Landwirtschaft und Großhandel erzielen weitere 390 beziehungsweise 353 Millionen Euro. Fünf Prozent der Urlauber nahmen 2023 an weinbezogenen Aktivitäten teil und gaben durchschnittlich 18 Prozent mehr pro Tag aus als andere Gäste.

Rückgrat für ländliche Regionen

Die wirtschaftliche Bedeutung des Weins wird in den vier großen Weinbundesländern besonders deutlich. „Der Weinbau fungiert als wirtschaftliche und gesellschaftliche Lebensader und sichert die Attraktivität vieler Gegenden“, sagt Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands.

Niederösterreich erzeugt mengenmäßig die meisten Weine und erzielt die größten ökonomischen Effekte. Im Burgenland dominiert der Weinbau die landwirtschaftliche Produktion, während Wien trotz kleiner Fläche überproportional von Wein, Gastronomie und Tourismus profitiert. Die Steiermark punktet als aufstrebendes Weinland mit starkem Fokus auf nachgelagerte Güter und touristische Angebote. „Die Branche zeigt, wie aus lokalen Zutaten globale Begeisterung entstehen kann“, fasst Yorke zusammen.

Politik und Weinwirtschaft Hand in Hand

Ohne den Weinbau stünden ganze Regionen vor wirtschaftlichen Einbußen, Arbeitsplätze gingen verloren, und die kulturelle Identität schwächte sich. „Unser Ziel ist es, durch das Aufzeigen der Wertschöpfung zu einer Wertschätzung gegenüber dem zu kommen, was die über 10.000 heimischen Weinbaubetriebe tagtäglich leisten“, sagt Schmuckenschlager.

Damit Österreichs Weinwirtschaft weiterhin als Motor, Arbeitgeber und internationaler Botschafter fungieren kann, sei die Politik gefragt. „Unsere Weinbaubetriebe sind aktuell durch rekordhohe Produktionskosten, rückläufigen Weinkonsum, überbordende Bürokratie und zunehmenden internationalen Wettbewerb stark unter Druck. Daher brauchen wir einen Schulterschluss zwischen Politik und Weinwirtschaft“, betont Schmuckenschlager.

www.oesterreichwein.at

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