Die vergangenen zwölf Monate waren in Niederösterreich die trockensten seit Beginn der Messgeschichte vor 176 Jahren. Besonders niedrige Grundwasserstände und geringe Wasserführungen bei Oberflächengewässern zeigen, wie stark sich lange Trockenperioden mittlerweile auswirken. Die Versorgung ist zwar grundsätzlich gesichert, regional können aber Engpässe entstehen.
Für landwirtschaftliche Betriebe wird Wasser damit zunehmend zu einem strategischen Produktionsfaktor. Das Land Niederösterreich nennt deshalb Bewässerungsprojekte, Speicherteiche und innovative Bewirtschaftungsmethoden ausdrücklich als zentrale Maßnahmen zur Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen.
Bewässerungsbedarf steigt
Landesweit verfügt Niederösterreich weiterhin über ausreichende Wasserreserven. Der jährliche Bedarf an Trink- und Nutzwasser liegt derzeit bei rund 260 Millionen Kubikmetern. Zusätzlich werden etwa 60 Millionen Kubikmeter nach Wien und ins Burgenland abgegeben. Bis 2050 könnte der Gesamtbedarf inklusive dieser Abgaben auf rund 395 Millionen Kubikmeter pro Jahr steigen.
Auch die Landwirtschaft benötigt künftig voraussichtlich mehr Wasser. Die Studie „Wasserzukunft Niederösterreich 2050“ rechnet mit längeren Vegetationsperioden und höherer Verdunstung. Für potenziell bewässerbare Flächen wird deshalb eine höhere durchschnittliche Bewässerungsintensität angenommen. Besonders relevant ist das für Regionen wie das Marchfeld, das südliche Wiener Becken, das Tullnerfeld und das Weinviertel.
Wasser dort halten, wo es fällt
Neben zusätzlichen Leitungen und Speicherlösungen gewinnt der Wasserrückhalt an Bedeutung. Ziel ist, Niederschläge möglichst lange in der Landschaft zu halten und dadurch Grundwasserneubildung, Böden und regionale Wasserkreisläufe zu unterstützen.
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das: Wassermanagement wird künftig stärker Teil der Betriebsplanung. Speicherteiche, effizientere Bewässerung und angepasste Bewirtschaftung können dabei helfen, die Produktion auch in längeren Trockenphasen abzusichern.
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