Mit einem Waldanteil von rund 48 Prozent gehört Österreich zu den waldreichsten Ländern Europas. Der Wald übernimmt zentrale Funktionen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft: Er schützt vor Naturgefahren, bindet CO2 aus der Luft und speichert es im Holz. Zudem bietet er Erholung, ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, liefert nachwachsenden Rohstoff und Energieträger Holz und sichert wichtige Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in Österreich.
Aktuelle Herausforderungen und Zahlen
Forstminister Norbert Totschnig, die steirische Landesrätin für Land- und Forstwirtschaft Simone Schmiedtbauer und der Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), Peter Mayer, gaben bei einer Pressekonferenz einen Überblick über den Zustand der österreichischen Wälder sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Umgang mit Wildschäden. Seit 1961 ist die Waldfläche um rund 330.000 Hektar auf über 4 Millionen Hektar gewachsen. Auch der Holzvorrat stieg signifikant von 780 Millionen auf 1.174 Millionen Kubikmeter. Gleichzeitig zeigen sich durch den Klimawandel vermehrt Schadereignisse wie Trockenperioden, Borkenkäferbefall und Extremwetter. Der Schadholzanteil lag 2024 mit rund 11 Millionen Kubikmetern um 22,2 Prozent über dem Vorjahr.
Waldverjüngung als zentrale Gegenmaßnahme
Die Verjüngung der Waldbestände ist die wichtigste Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel. Waldbestände zwischen 41 und 60 Jahren binden am meisten Kohlenstoff, während ältere Bestände diese Fähigkeit verlieren. Eine aktive Waldbewirtschaftung mit kontinuierlicher Waldverjüngung trägt somit entscheidend zum Klimaschutz bei. Dabei ist es wichtig, den Wald durch Mischbestände mit geeigneten Baumarten wie Buche, Eiche und Ahorn auf künftige Klimabedingungen vorzubereiten. Der Bund unterstützt diese Maßnahmen über den Waldfonds mit Förderungen von rund 68,9 Millionen Euro für die Pflanzung von 26,3 Millionen klimafitten Forstpflanzen seit 2021.
Zusammenarbeit und Monitoring für nachhaltigen Erfolg
DI Dr. Peter Mayer betont: „Der Wildschadensbericht 2024 legt einen Schwerpunkt auf die Maßnahmen und Initiativen zur Verbesserung der Wildschadenssituation. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass es noch weitere Anstrengungen braucht, um ausgeglichene Wald-Wild-Verhältnisse zu schaffen.“ Forstminister Totschnig ergänzt: „Das professionelle Monitoring unseres Waldes im Rahmen der Waldinventur ist die Grundlage für eine vorausschauende Forstpolitik. Nur so können wir fundierte Entscheidungen treffen und Maßnahmen wie zur Waldverjüngung setzen.“ Landesrätin Schmiedtbauer unterstreicht die Bedeutung der Waldbesitzer: „Sie tragen die Verantwortung Tag für Tag vor Ort und brauchen klare Empfehlungen, verlässliche Rahmenbedingungen und Unterstützung. Nur gemeinsam gelingt uns der Waldumbau.“ Die enge Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Ländern, Jägerschaft und Forstpersonal bildet die Basis für eine gesunde und nachhaltige Entwicklung der österreichischen Wälder.





