Am österreichischen Schweinemarkt nimmt der Preisdruck wieder deutlich zu. Nach einer Phase weitgehend stabiler Notierungen ist das Angebot an schlachtreifen Schweinen gestiegen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage am Fleischmarkt verhalten. Für die aktuelle Schlachtwoche wurde in Österreich ein Preisrückgang von 12 Cent je Kilogramm gemeldet.
Angebot steigt, Nachfrage bleibt schwach
Mit den kühleren Temperaturen kommen zunehmend jene Tiere zur Schlachtung, die während der Sommerhitze geringere Tageszunahmen verzeichnet hatten. Damit wächst das Angebot spürbar. Gleichzeitig klagt die Verarbeitungsindustrie über schwierige Absatzbedingungen, während der Export ins Stocken geraten ist.
Auch auf europäischer Ebene ist die Lage angespannt. In Deutschland führte das steigende Angebot zuletzt zu einem Preisrückgang von 15 Cent. Zusätzlichen Druck bringen Warenströme aus Dänemark, Spanien und anderen europäischen Märkten.
Rund zwölf Prozent unter Vorjahr
Bereits in Kalenderwoche 37 lag der österreichische Durchschnittspreis für Schlachtschweine der Klassen S bis P bei 1,93 Euro je Kilogramm. Das waren 12,27 Prozent weniger als in der entsprechenden Vorjahreswoche. Die AMA meldete zugleich ein wachsendes Schweineangebot und eine rückläufige Nachfrage nach klassischen Grillartikeln.
Eine Woche zuvor lag der Durchschnittspreis noch bei 1,94 Euro je Kilogramm. Auch damals betrug der Rückstand zum Vorjahr bereits 11,82 Prozent.
Preisdruck trifft die gesamte Wertschöpfungskette
Für Schweinehalter verschärft sich damit die wirtschaftliche Situation erneut. Sinkende Erzeugerpreise treffen auf hohe Produktionskosten und gleichzeitig steigende Anforderungen an Tierhaltung und Stalltechnik.
Für Schlachtbetriebe und Fleischverarbeiter wiederum sorgt das größere Angebot zwar für ausreichend Ware, schwache Nachfrage und stockende Exporte begrenzen jedoch den Spielraum. Damit bleibt der Schweinemarkt auch in den kommenden Wochen stark von der Entwicklung der europäischen Absatzmärkte abhängig.







