RWA: Konkrete Lösungen für Europas Proteinversorgung

Die Sicherung der Proteinversorgung zählt zu den strategischen Zukunftsfragen Europas. Steigende Nachfrage, Importabhängigkeiten und geopolitische Unsicherheiten erhöhen den Druck auf Landwirtschaft, Industrie und Politik gleichermaßen. Ziel ist es, die Eigenversorgung zu stärken, Innovation zu beschleunigen und Wertschöpfung stärker in Europa zu verankern.

Der Proteinnovation Summit des Agro Innovation Lab, dem Innovationshub der RWA Raiffeisen Ware Austria, bringt internationale Startups, Investoren, Landwirtschaft und politische Entscheidungsträger zusammen, um konkrete Lösungen entlang dieser Wertschöpfungskette zu identifizieren und in die Umsetzung zu bringen. „In den letzten Jahren hat sich im Bereich Protein einiges entwickelt. Jetzt geht es darum, die nächsten Schritte zu setzen und innovative Lösungen in die Praxis zu bringen. Für die österreichischen Landwirte und für die Ernährungssicherheit insgesamt“, betont Christoph Metzker, Vorstandsdirektor der RWA.

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Ausgezeichnete Lösungen für die Praxis

Der Proteinnovation Summit bildet den Höhepunkt eines internationalen Innovationsprozesses mit mehr als 100 Einreichungen aus 33 Ländern. Zehn Finalisten aus neun Ländern präsentierten ihre Lösungen vor einer internationalen Jury. Den Proteinnovation Award, dotiert mit 10.000 Euro, erhielt Decameal aus Dänemark mit einem innovativen Mahlsystem für Krustentiere, das auf unterschiedliche Spezies anwendbar ist und neue Möglichkeiten in der Proteinverwertung eröffnet. Speziell als Tiernahrung sind Futterergänzungsstoffe höchst interessant für heimische Betriebe.

Den Sonderpreis von TUM Venture Labs ging an das australische Unternehmen Vortair. Das Startup entwickelt eine Technologie, mit der organische Reststoffe und Nebenprodukte effizient zu feinen Pulvern verarbeitet werden können und so als Rohstoffe für die Lebensmittel-, Futtermittel- und Proteinproduktion nutzbar werden. Die Anwendbarkeit für heimische Produkte von Weinbau über Landwirtschaft bis zur Holzindustrie ist spannend und hochinnovativ.

Politischer Rahmen und europäische Perspektive

Die Proteinversorgung ist ein komplexes Systemthema, das von landwirtschaftlicher Produktion über Verarbeitung und Technologie bis hin zu Konsumentenanforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen reicht. Politik, Forschung und Wissenschaft definieren dabei die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Innovation entstehen kann. Koen Dillen von der Europäischen Kommission gab Einblicke in die laufende EU-Proteinstrategie. Europas Ziel ist es, Ernährungssouveränität, Nachhaltigkeit und Krisenfestigkeit zu stärken und gleichzeitig neue Lösungen schneller in die Anwendung zu bringen.

Georg Sladek, Geschäftsführer des Agro Innovation Lab, erklärt: „Die große internationale Resonanz zeigt uns, dass die Proteinfrage längst global gedacht wird. Entscheidend ist für uns, aus dieser Vielfalt jene Ansätze herauszufiltern, die wirtschaftlich tragfähig sind und sich in Europa tatsächlich umsetzen lassen. Unsere Aufgabe ist es, Innovation und Markt zusammenzubringen.“

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