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Joseph Brot und Resch&Frisch starten Kooperation

Joseph Brot und Resch&Frisch bündeln ihre Stärken und bringen gemeinsam drei Bio-Gebäcke aus seltenen österreichischen Urgetreidesorten auf den Markt. Für die Landwirtschaft ist vor allem die Rohstoffbasis interessant: 24 kleinbäuerliche Familien bauen derzeit 17 alte Getreidesorten in sechs Bundesländern an.

Zwei bekannte österreichische Bäckereiunternehmen gehen künftig gemeinsame Wege. Joseph Brot und Resch&Frisch starten eine strategische Partnerschaft und bringen ab 14. September 2026 drei gemeinsam entwickelte Bio-Produkte auf den Markt. Vertrieben werden sie österreichweit über die Resch&Frisch-Hauszustellung „Back’s Zuhause“.

Die Kooperation verbindet zwei unterschiedliche Unternehmensmodelle: Joseph Brot ist eine reine Bio-Handwerksbäckerei mit knapp 300 Mitarbeitern und zehn Standorten in Wien, Linz und Salzburg. Resch&Frisch beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter und arbeitet seit vielen Jahren mit mehr als 200 österreichischen Vertragslandwirten zusammen. Gemeinsam ist beiden Betrieben der Fokus auf Rohstoffe aus Österreich und langfristige landwirtschaftliche Partnerschaften.

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Seltene Getreidesorten im Mittelpunkt

Eine zentrale Rolle spielt die von Joseph Brot gegründete Ur-Gut-Initiative. Ihr Ziel ist es, alte und regionaltypische Getreidesorten wieder in ihren ursprünglichen Herkunftsregionen anzubauen und für moderne Backwaren nutzbar zu machen.

Derzeit arbeiten 24 kleinbäuerliche Familien an diesem Projekt mit. Sie bauen 17 Sorten in sechs österreichischen Bundesländern an. Dazu zählen unter anderem Attergauer Dinkel, Schwarzer Emmer, Lungauer Tauernroggen, Früher Tiroler Binkel und Sipbachzeller Weizen. Das Getreide wird auf einem Bio-Betrieb steinvermahlen und anschließend in der Waldviertler Manufaktur verarbeitet.

Damit schafft die Kooperation auch zusätzliche Absatzmöglichkeiten für seltene Getreidesorten, deren wirtschaftliche Nutzung im heutigen Markt ansonsten begrenzt wäre.

Drei Produkte mit österreichischem Urgetreide

Zum Start umfasst die Zusammenarbeit drei Bio-Produkte. Das Bio-Korn-Krusti enthält unter anderem Waldstaudenroggen aus Niederösterreich, Lungauer Tauernroggen und Laufener Landweizen aus Salzburg sowie Ur-Dinkel.

Beim Bio-Brioche-Bagel kommen Einkorn und Ur-Dinkel aus Niederösterreich, Sipbachzeller Weizen aus Oberösterreich sowie Binkelgrieß aus Tirol zum Einsatz. Das Bio-Bircher-Müsli-Weckerl basiert vor allem auf Ur-Dinkel aus Niederösterreich.

Die Produktübersicht im Anhang der Presseinformation zeigt damit auch, wie stark die einzelnen Backwaren auf konkrete regionale Getreidesorten und deren Herkunft ausgerichtet sind.

Neue Absatzwege für Bio-Handwerksgebäck

Mit der Kooperation verfolgen beide Unternehmen auch wirtschaftliche Ziele. Joseph Brot kann seine Produkte erstmals über die bisherigen Filialstandorte hinaus österreichweit anbieten. Resch&Frisch erweitert wiederum sein Sortiment um Bio-Produkte mit seltenen Getreidesorten.

Für die landwirtschaftlichen Partner kann diese größere Reichweite zusätzliche Marktpotenziale schaffen. Die Produkte werden zu 80 Prozent vorgebacken, tiefgekühlt ausgeliefert und von den Kunden zuhause fertiggebacken. Resch&Frisch beliefert mit „Back’s Zuhause“ bereits rund 135.000 Haushalte.

Wachstum und regionale Wertschöpfung

Resch&Frisch erzielte 2025 einen Umsatz von rund 155 Millionen Euro und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr. Joseph Brot kam im selben Jahr auf 26 Millionen Euro Umsatz. Beide Unternehmen befinden sich vollständig in Familienbesitz.

Die Zusammenarbeit zeigt damit auch einen möglichen Weg für regionale Wertschöpfungsketten: Landwirtschaftliche Rohstoffe aus Österreich werden über spezialisierte Verarbeitung und neue Vertriebswege einem größeren Markt zugänglich gemacht.

Für bäuerliche Betriebe ist insbesondere interessant, dass alte Getreidesorten damit nicht nur als Nischenprodukt vermarktet, sondern in größere Absatzstrukturen eingebunden werden können.

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