Insekten gelten als nachhaltige Proteinquelle, stoßen aber weiterhin auf Vorbehalte. Eine aktuelle Studie der Universität Kassel untersucht, wie sich die Akzeptanz von insektenbasierten Lebensmitteln steigern lässt. Die wichtigste Erkenntnis: Der Hinweis auf Natürlichkeit fördert die Kaufbereitschaft stärker als Nachhaltigkeits- oder Proteinargumente.
Natürlichkeit und Produktgestaltung als Schlüssel zum Erfolg
Die Forschung um Dr. Benedikt Jahnke zeigt, dass verarbeitete Insektenprodukte („unsichtbare Zutaten“) deutlich besser angenommen werden als ganze Insekten. Klare, zurückhaltende Kennzeichnung wie „mit Protein aus Insekten“ schafft Vertrauen, während zu dominante Hinweise abschrecken. Probierangebote in Supermärkten senken Hemmschwellen und führen zu positiven Überraschungen bei den Konsumenten.
Insekten liefern hochwertiges Protein, ein vollständiges Aminosäureprofil sowie wichtige Fettsäuren und Vitamine. Zudem sind sie ressourcenschonend: Sie benötigen wenig Land, Wasser und Energie. Rund 44 Prozent der Befragten zeigen grundsätzlich Offenheit, doch die tatsächliche Kaufbereitschaft ist noch ausbaufähig.
Für die Lebensmittelwirtschaft heißt das: Natürlichkeit als zentrale Botschaft, verarbeitete Insekten als Produktform und transparente, zurückhaltende Verpackungen sind der Schlüssel zum Markterfolg. Direkte Probier- und Verkaufstests beschleunigen die Akzeptanz.
Das Projekt „Pr:Ins“ der Universität Kassel, gefördert im Rahmen der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“, liefert praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Einführung insektenbasierter Lebensmittel.




