Die Zahl der österreichischen Milchbetriebe sinkt weiter. Laut aktuellem Jahresbericht der Agrarmarkt Austria erreichte die Zahl der milchliefernden Betriebe 2025 einen historischen Tiefstand. Im Dezember wurden österreichweit noch 20.811 aktive Milchlieferanten gezählt.
Allein innerhalb eines Jahres stellten 746 Betriebe ihre Milchlieferung ein. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Oberösterreich: In der größten Milchregion des Landes sank die Zahl erstmals auf unter 5.000 Betriebe. Dahinter folgen Tirol mit 3.625, Niederösterreich mit 3.445 und die Steiermark mit 3.225 Milchlieferanten.
Mehr Milch von weniger Betrieben
Bemerkenswert ist, dass die Produktionsmenge trotz sinkender Betriebszahlen weiter steigt. Österreichische Molkereien und Sennereien übernahmen 2025 rund 3,51 Millionen Tonnen Rohmilch – um 3,8 Prozent mehr als im Jahr davor.
Auch die gesamte Rohmilcherzeugung legte zu. Laut AMA wurden 2025 rund 4,12 Millionen Tonnen Rohmilch produziert, davon rund 4,08 Millionen Tonnen Kuhmilch. Das entspricht einem Plus von rund einem Prozent gegenüber 2024.
Die Entwicklung zeigt: Immer weniger Betriebe erzeugen beziehungsweise liefern immer größere Milchmengen.
Rekordpreis konnte Strukturwandel nicht stoppen
Dabei war das Marktumfeld 2025 über weite Strecken durchaus positiv. Der durchschnittliche Erzeugermilchpreis erreichte laut AMA mit 56,24 Cent je Kilogramm ein Rekordniveau. Gute Futterqualität, moderate Sommertemperaturen und vergleichsweise stabile Futtermittelpreise setzten zusätzliche Produktionsanreize.
Trotzdem setzte sich der Strukturwandel fort. Laut AMA geben vor allem kleinere Betriebe die Milchproduktion auf. Als Gründe nennt die Marktinformation unter anderem fehlende Hofnachfolger, wirtschaftlichen Druck sowie steigende Anforderungen und Auflagen. Flächen aufgegebener Betriebe werden häufig von größeren Höfen übernommen und weiterbewirtschaftet.
Preisdruck nahm gegen Jahresende wieder zu
Die gute Preissituation hielt allerdings nicht bis Jahresende an. Im letzten Quartal 2025 sorgte ein steigendes Milchaufkommen bereits wieder für deutliche Preisabschläge. Die Entwicklung zeigt damit auch die hohe Volatilität des Milchmarkts.
Für die österreichische Milchwirtschaft bleibt der Strukturwandel damit eine der zentralen Herausforderungen: Die Produktion bleibt leistungsfähig, konzentriert sich aber auf immer weniger Betriebe.
KI korigiert







