Hülsenfrüchte: Unterschätzter Eiweiß- und Umweltboost für die Landwirtschaft

Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, sind nicht nur wichtige pflanzliche Proteinlieferanten, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle für eine nachhaltige Landwirtschaft. Die heimische Pflanzenzüchtung entwickelt klimaresiliente und an die Standorte Zentraleuropas angepasste Sorten, die sich durch Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit auszeichnen und stabile Erträge bei hoher Qualität sichern.

Weniger Düngeaufwand, bessere Wasserspeicherung

Körnerleguminosen wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Soja und Lupinen sind wertvolle Bestandteile der Fruchtfolge. Durch Knöllchenbakterien an den Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft, wovon nachfolgende Kulturen profitieren, die weniger Dünger benötigen. Je nach Art verbleiben zwischen 30 und 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar im Boden.

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Ihr tiefreichendes Wurzelsystem verbessert zudem die Bodenstruktur, reduziert den Bedarf an Bodenbearbeitung und erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit. Das Wurzelwerk dient nach dem Absterben als Nahrungsquelle für Bodenorganismen und fördert die Bodengesundheit. Untersuchungen zeigen, dass die Erträge von Winterweizen nach dem Anbau von Ackerbohnen um bis zu 15 Prozent steigen können.

Hülsenfrüchte gewinnen auch als hochwertige Proteinquelle und pflanzliche Alternative zu tierischen Produkten an Bedeutung. Die Vereinten Nationen haben den 10. Februar zum Internationalen Tag der Hülsenfrüchte erklärt, um ihren Nutzen für eine nachhaltige Landwirtschaft hervorzuheben.

Acker- und Sojabohne als Paradebeispiele

Die Acker- und Sojabohne stehen exemplarisch für die Innovationsleistung der heimischen Pflanzenzüchtung. Bei der Ackerbohne werden gezielt Winterformen entwickelt, um Hitzetagen im Sommer auszuweichen und so stabile Erträge sowie hohe Produktqualität sicherzustellen.

Die Sojabohne verzeichnet ebenfalls eine sehr positive Entwicklung: Österreichs Landwirte sind mit 85.600 Hektar der viertgrößte Sojaproduzent innerhalb der EU und nehmen mit einem Anteil von knapp 40 Prozent biologisch bewirtschafteter Sojaflächen sogar eine Spitzenposition ein. Zudem ist Österreich innerhalb der EU führend in der Produktion und Verarbeitung von gentechnikfreiem Lebensmittelsoja.

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