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Hopfenernte im Waldviertel: Kleinere Dolden, Qualität stimmt

Die Hopfenernte im Waldviertel läuft unter schwierigen Bedingungen. Zu wenig Niederschlag, Hagel und hohe Temperaturen haben 2026 zu kleineren Dolden geführt. Die ersten Qualitätswerte stimmen die Privatbrauerei Zwettl dennoch zuversichtlich. Für die regionalen Landwirtschaftsbetriebe bleibt die enge Vertragsbeziehung mit der Brauerei ein wichtiger Faktor.

TitelbildTobi Rudig

Anfang September beginnt im Waldviertel traditionell die Hopfenernte. Die Privatbrauerei Zwettl, zu der auch die Bierwerkstatt Weitra gehört, arbeitet dabei seit Jahrzehnten eng mit Bauernfamilien aus der Region zusammen. Neben Hopfen stammt auch die verwendete Braugerste aus dem Waldviertel, das Brauwasser kommt aus eigenen Quellen.

Im langjährigen Durchschnitt werden im Waldviertel rund 20.000 Kilogramm Hopfen geerntet. 2026 waren die Bedingungen für die Kultur jedoch alles andere als einfach: Trockenheit, Hagel und hohe Temperaturen haben dazu geführt, dass die Dolden kleiner als in durchschnittlichen Jahren geblieben sind.

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Qualität hängt nicht von der Doldengröße ab

Für die Bierqualität ist die Größe der Hopfendolde nicht der entscheidende Faktor. Ausschlaggebend ist das Lupulin im Inneren der Dolde, das dem Bier Bittere und Aroma verleiht.

„Und hier stimmen die ersten Qualitätswerte auch heuer zuversichtlich“, erklärt Braumeister Heinz Wasner. Für die Hopfenbauern bleibt dennoch der Erntezeitpunkt entscheidend. Die Pflanze muss zum richtigen Zeitpunkt geerntet und anschließend rasch verarbeitet werden. Eine Spezialmaschine trennt die Dolden von Blättern und Ranken, danach werden sie getrocknet und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.

Vertragslandwirtschaft schafft Planungssicherheit

Besonders relevant für die beteiligten Landwirtschaftsbetriebe ist die langfristige Zusammenarbeit mit der Privatbrauerei Zwettl. Das Unternehmen spricht selbst von einer faktischen Vertragslandwirtschaft.

Diese Partnerschaft schafft auf beiden Seiten Planungssicherheit und sichert der Brauerei gleichzeitig einen wichtigen Rohstoff aus unmittelbarer Umgebung. „Wir wollen wissen, wo unsere Rohstoffe herkommen – und vor allem auch, wer dahintersteht“, sagt Brauereiinhaber Karl Schwarz. Die Zusammenarbeit mit den Bauernfamilien sei ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Rohstoffstrategie.

Dass Hopfen heute wieder zum Landschaftsbild des Waldviertels gehört, hängt eng mit der Brauerfamilie Schwarz zusammen. Nachdem die Kulturpflanze während des Ersten Weltkriegs weitgehend aus der Region verschwunden war, initiierte Karl Schwarz sen. vor Jahrzehnten ihre Wiederansiedlung.

Regionale Rohstoffe mit kurzen Wegen

Der geerntete Hopfen wird unter anderem in den Bieren der Bierwerkstatt Weitra verarbeitet. Dort setzt man neben regionalen Rohstoffen auch auf ein heute selten gewordenes Brauverfahren: die offene Gärung. Dabei arbeitet die Hefe nicht in geschlossenen Tanks, sondern in offenen Gärbottichen.

Für Hof&Markt ist vor allem die Verbindung von Landwirtschaft und Verarbeitung interessant: Hopfen und Gerste stammen aus der Region und legen bis zur Brauerei nur kurze Wege zurück. Die Wertschöpfung bleibt damit zu einem wesentlichen Teil im Waldviertel.

Die Ernte 2026 zeigt zugleich, wie stark Spezialkulturen wie Hopfen von Wetterextremen betroffen sein können. Trotz kleinerer Dolden geben die ersten Qualitätsanalysen Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

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