Im Salzstadel zu Landshut wurden kürzlich die Absolventen des 457. Meisterkurses der 1. Bayerischen Fleischerschule in feierlichem Rahmen verabschiedet. Rund 150 Gäste nahmen an der Freisprechungsfeier teil – darunter stolze Familien, Ehrengäste, Lehrende und Vertreter der Fleischwirtschaft. Eine Veranstaltung, die den Abschluss einer anspruchsvollen Ausbildung markierte und gleichzeitig ein starkes Zeichen für Qualität, Fachwissen und Leidenschaft im Lebensmittelhandwerk setzte. Die besten 20 Prozent der Absolventen des Jahrgangs 2024 wurden zudem mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet.
Aus Österreich nach Bayern
Zwei junge Österreicherinnen gehören zu den neuen Gesichtern dieser kommenden Generation an Fachkräften: Julia Fröhlich (19) aus Wien und Theresa Kirchtag (20) aus Bergheim. Beide eint ein klares Ziel – und ein fundiertes Verständnis für nachhaltige Fleischverarbeitung.
Fröhlich, Absolventin der Privaten HTL für Lebensmitteltechnologie in Hollabrunn, entschied sich nach einem Vortrag von Geschäftsführerin Barbara Zinkl-Funk bewusst für die Meisterausbildung in Landshut. „Ich wollte nach meinem Abschluss an der HTL für Lebensmitteltechnologie in Hollabrunn eine weitere Ausbildung machen, weil ich mich für Fleischtechnologie und Handwerk interessiere.“ Die Entscheidung zahlte sich aus – fachlich wie persönlich: „Ich nehme vor allem Freunde fürs Leben mit, die Gemeinschaft hier ist sehr schön und familiär.“
Auch Theresa Kirchtag blickt mit Dankbarkeit auf ihre Zeit in Landshut zurück. „Ich nehme aus der Schule verschiedenste praktische Kenntnisse mit, und es wurde auf alles eingegangen – nichts blieb unklar.“ Die junge Frau arbeitet im elterlichen Schlachthof in Bergheim und bringt damit Theorie und Praxis direkt zusammen. Gemeinsam mit Kurskollegin Anna Ehrmann wurde Kirchtag für ihre ausgezeichneten Leistungen als Jahrgangsbeste geehrt – mit Blumen und einem Bildungsgutschein.
Fleischer mit Haltung
Auch Michael Gratzl aus Heidenreichstein, bereits 2024 Absolvent, wurde für seine Leistungen mit dem Meisterpreis ausgezeichnet. Der Niederösterreicher begann als landwirtschaftlicher Facharbeiter und wechselte schließlich zur Fleischerei Geitzenauer, wo er seine Ausbildung absolvierte. Parallel betreibt seine Familie den „Gratzl Hof – Feiner Landgenuss“ mit eigener Direktvermarktung. Sein Ansatz: „Ich habe besondere Freude daran, regionale, nachhaltige und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu produzieren.“
Christian Läpple, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, brachte es in seiner Festrede auf den Punkt: „Drei Dinge machen einen Meister: Wissen, Können und Wollen.“ Und weiter: „Egal aus welchem Bereich Sie kommen oder wohin Ihre Reise geht: Sie alle möchten dazu beitragen, das Image der Branche zu verbessern und Konsumenten für bewussten Fleischkonsum zu begeistern.“ Ein Ziel, das auch die Bayerische Fleischerschule selbst seit 1928 verfolgt. Der Einsatz der Prüfer, so betonte Prüfungsausschussvorsitzender Florian Lang, sei dabei ebenso unverzichtbar wie die Motivation der Teilnehmer.






