Der österreichische Außenhandel mit Milchprodukten hat sich 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen bemerkenswert robust gezeigt. Auf Basis der Zahlen der Statistik Austria für die ersten neun Monate des Jahres legten die Exporte um 135 Millionen Euro zu und erreichten ein Volumen von 1,46 Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen die Importe um 125 Millionen Euro auf einen neuen Höchstwert von 990 Millionen Euro. In einem hochkompetitiven Markt konnte damit das positive Außenhandelssaldo auf 467 Millionen Euro ausgebaut werden.
Käse als Zugpferd des Außenhandels
Mehr als die Hälfte der österreichischen Milchexporte entfällt auf Käse, gefolgt von flüssigen Milchprodukten und fermentierten Erzeugnissen. Auch auf der Importseite dominiert Käse mit einem Anteil von über 60 Prozent, danach folgen Butter und flüssige Milchprodukte. Der wichtigste Handelspartner bleibt Deutschland, auf das sowohl export- als auch importseitig jeweils mehr als 50 Prozent entfallen. Insgesamt gehen 88 Prozent der Exporte in andere EU-Staaten, während 98 Prozent der Importe aus der Europäischen Union stammen. Der EU-Binnenmarkt bleibt damit das zentrale Fundament des österreichischen Milchhandels.
Die heimische Milchwirtschaft setzt auch im internationalen Wettbewerb konsequent auf Qualität und Nachhaltigkeit. Gentechnikfreiheit, ein hoher Bio-Anteil sowie Spezialprodukte wie Heumilch oder Biowiesenmilch prägen das Profil. Mit dem Programm Tierhaltung plus wurden zuletzt zusätzliche Schritte zur Verbesserung des Tierwohls gesetzt. In der Fütterung wird auf bedenkliche Futtermittel wie Palmöl oder Soja aus Übersee verzichtet, zugleich gelten hohe Standards in der Rohmilchproduktion und in der Verarbeitung. In den vergangenen Jahren investierten die Milchverarbeiter intensiv in Produktentwicklung und moderne Verarbeitungstechnologien.
Herkunft als Entscheidungshilfe
Um einer weiteren Zunahme der Importe entgegenzuwirken, fordert Präsident des Milchverbandes Österreich Dir. Helmut Petschar eine möglichst breite Herkunftskennzeichnung. Konsumenten ebenso wie Handel und Verarbeiter sollen klar erkennen können, unter welchen Produktionsstandards Milchprodukte hergestellt werden.
Sorgen bereiten hingegen neu eingeführte oder erhöhte Zölle, etwa zuletzt durch China und zuvor durch die USA. „Angesichts der aktuell ohnehin sehr schwierigen Marktlage fordere ich von der EU konsequente Verhandlungen und den Ausgleich von Nachteilen. Die europäische Milchwirtschaft darf nicht Spielball und Opfer von Handelsstreitigkeiten werden, die mit Milch nichts zu tun haben“, so Petschar. In einem sensiblen Markt könnten handelspolitische Konflikte rasch zu spürbaren Belastungen werden.






