Die biologische Landwirtschaft steht in der Europäischen Union erneut im Fokus. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen hat eine Initiative vorgestellt, mit der das europäische Bio-Recht „Fit für die Zukunft“ gemacht werden soll. Ziel ist es, Bio als Produktionsweise mit ihren ökologischen und sozioökonomischen Vorteilen zu stärken, ohne an den grundlegenden Prinzipien zu rütteln. Anpassungen ja, Abstriche bei den hohen Standards nein, so lässt sich der Kern des Vorhabens zusammenfassen. Für BIO AUSTRIA kommt dieses Signal zur richtigen Zeit.
Unterstützung statt Überregulierung
BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler begrüßt die Initiative ausdrücklich. „Unsere Forderung, die Biobauern besser in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, wurde gehört“, erklärt sie und drängt auf eine rasche Umsetzung. Aus Sicht des Verbandes braucht es einen Kurswechsel in der Bio-Gesetzgebung. Weg von überbordenden Detailregelungen auf EU-Ebene, hin zu einem Fokus auf das Wesentliche. Riegler spricht von einem notwendigen Startpunkt für eine neue Herangehensweise, die Entlastung schafft und zugleich die biologische Landwirtschaft weiter stärkt.
Auch die Europäische Kommission unterstreicht in ihrer Kommunikation den Mehrwert der biologischen Landwirtschaft. Bio fördere den verantwortungsvollen Umgang mit Energie und natürlichen Ressourcen, stärke regionale Kreisläufe und leiste einen Beitrag zu Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität, Artenvielfalt und Tierschutz. Für BIO AUSTRIA ist das mehr als ein Bekenntnis. „Jeder Bauernhof, der auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt wird, ist ein Gewinn für Ernährungssicherheit, Klima und Umwelt“, so Riegler. Gleichzeitig müsse das hohe Vertrauen der Konsumenten in Bio erhalten bleiben.
Alltagstauglichkeit als Prüfstein
Besonders deutlich wird der Reformbedarf bei der Umsetzung im Alltag. BIO AUSTRIA fordert seit langem mehr Praxistauglichkeit und weniger Bürokratie. „Es ist höchste Zeit die Praxistauglichkeit zu erhöhen, Unsinnigkeiten zu beseitigen und Bürokratie abzubauen“, sagt Riegler. Positiv bewertet der Verband, dass konkrete Probleme angegangen werden sollen, etwa bei Tierhaltungsvorschriften, bei der Zulassung biologischer Wirkstoffe für die Pflanzengesundheit oder bei Auflagen für die Umstellung auf Bio.
Für die anstehenden politischen Verhandlungen formuliert BIO AUSTRIA klare Erwartungen. Vereinfachungen bei Detailbestimmungen und Auslegungen seien notwendig, eine umfassende Revision des Basisrechts hingegen riskant. Sie würde Planungsunsicherheit schaffen und die Entwicklung des Bio-Sektors bremsen. Riegler appelliert daher an die Politik, Anpassungen auf wenige gezielte Eingriffe zu beschränken und diese zügig umzusetzen. Nur so könne Bio sein Potenzial weiter entfalten.






