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Großhandelspreise steigen – Betriebsmittel bleiben Kostentreiber

Die österreichischen Großhandelspreise lagen im August 2026 um 8,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders stark verteuerten sich Energie, Mineralölprodukte und Rohstoffe. Für Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft bedeutet das weiterhin hohen Kostendruck – auch wenn einzelne Agrar- und Lebensmittelgruppen zuletzt günstiger wurden.

Der Preisauftrieb im österreichischen Großhandel hat sich im August weiter verstärkt. Nach vorläufigen Berechnungen von Statistik Austria lag der Großhandelspreisindex bei 107,8 Punkten und damit um 8,2 Prozent über dem Niveau von August 2025. Gegenüber Juli stieg der Index um 0,9 Prozent.

Für landwirtschaftliche Betriebe ist die Gesamtzahl allerdings nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist, welche Warengruppen hinter dem Anstieg stehen – und wie stark sie auf Betriebsmittel, Verarbeitung, Logistik und Vermarktung durchschlagen.

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Energie und Mineralöl treiben die Preise

Den stärksten Auftrieb verzeichneten erneut energie- und rohstoffnahe Bereiche. Sonstige Mineralölerzeugnisse lagen um 52,3 Prozent über dem Vorjahr, Motorenbenzin inklusive Diesel um 33,6 Prozent.

Gerade für Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft ist diese Entwicklung relevant. Diesel bleibt in vielen Betrieben ein wesentlicher Kostenfaktor – von Feldarbeit und Ernte bis zu Transport und Auslieferung.

Steigende Energiepreise wirken zudem nicht isoliert. Sie verteuern Kühlung, Verarbeitung, Lagerung und Logistik und können damit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusätzlichen Kostendruck erzeugen.

Rohstoffe ebenfalls teurer

Auch andere wichtige Vorleistungsgüter verteuerten sich deutlich. Gummi und Kunststoffe in Primärformen lagen um 23,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, Nicht-Eisen-Metalle um 19,6 Prozent, Eisen und Stahl um 10 Prozent.

Für landwirtschaftliche Betriebe und Verarbeiter sind solche Entwicklungen vor allem indirekt relevant: Maschinen, Ersatzteile, Verpackungen, Folien, Leitungen und technische Ausstattung werden dadurch tendenziell teurer oder bleiben auf hohem Preisniveau.

Gerade investitionsintensive Betriebe spüren solche Preisbewegungen daher oft stärker als reine Lebensmittelpreisveränderungen.

Bei Lebensmitteln zeigt sich ein gemischtes Bild

Nicht alle Warengruppen entwickeln sich nach oben. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette lagen im August um 1,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Auch Obst, Gemüse und Kartoffeln waren im Großhandel um 1,1 Prozent günstiger.

Bei lebenden Tieren verzeichnete Statistik Austria sogar einen Rückgang von 11,9 Prozent gegenüber August 2025.

Damit zeigt sich für die Landwirtschaft ein bekanntes Spannungsfeld: Während auf der Kostenseite Energie, Technik und andere Betriebsmittel steigen, entwickeln sich einzelne Erzeuger- und Handelsbereiche schwächer.

Getreide im Monatsvergleich im Plus

Im Vergleich zum Juli stiegen die Preise für Getreide, Saatgut und Futtermittel um 4,7 Prozent.

Für landwirtschaftliche Betriebe ist das ein wichtiger kurzfristiger Indikator, auch wenn aus einem einzelnen Monatswert noch kein langfristiger Trend abgeleitet werden kann.

Steigende Preise in diesem Segment wirken unterschiedlich: Für Ackerbaubetriebe können sie höhere Erlöse bedeuten, für Tierhalter wiederum höhere Futterkosten.

Wertschöpfung bleibt unter Druck

Die Zahlen zeigen damit ein uneinheitliches Bild. Einerseits gibt es bei einzelnen Agrarprodukten und Lebensmittelgruppen eine gewisse Entspannung. Andererseits bleiben zentrale Betriebsmittel und energieintensive Vorleistungen teuer.

Für viele Betriebe wird deshalb die Frage entscheidend, ob höhere Kosten über Verkaufspreise weitergegeben werden können.

Gerade in Bereichen mit schwacher Verhandlungsmacht oder starkem Preisdruck im Lebensmittelhandel kann die Spanne zwischen Produktionskosten und erzielbaren Erlösen weiter unter Druck geraten.

Großhandelspreise als Frühindikator

Der Großhandelspreisindex ist ein wichtiger Frühindikator für die weitere Preisentwicklung. Er zeigt, wie sich Warenpreise verändern, bevor sie vollständig bei Verarbeitern, Handel oder Konsumenten ankommen.

Für Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf einzelne Warengruppen statt auf die Gesamtinflation allein.

Denn die aktuelle Entwicklung zeigt klar: Nicht die Lebensmittel selbst treiben den Preisauftrieb – sondern vor allem Energie, Treibstoffe und Rohstoffe.

KI korrigiert

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