Die Europäische Union hat einen Schritt gesetzt, der für viele Biobetriebe in Österreich eine spürbare Entlastung bringen könnte. Letzte Woche einigten sich das Europäische Parlament, die EU Agrarminister und die Europäische Kommission auf ein Paket zur Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Besonders bedeutsam ist dabei die Entscheidung, die Umweltleistungen von Biobetrieben künftig offiziell anzuerkennen. Sie gelten damit automatisch als konform mit mehreren zentralen Mindestanforderungen, den GLÖZ Standards 1, 3, 4, 5, 6 und 7. Damit wird bestätigt, was viele bäuerliche Betriebe seit Jahren vorleben. Der biologische Landbau bringt umfassende Umweltwirkungen hervor und er tut dies auf Basis einer Wirtschaftsweise, die auf Nachhaltigkeit, Vielfalt und Verantwortung setzt.
Positives Signal, das wirksam werden muss
BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler begrüßt die Einigung. Sie sagt: „Die EU Institutionen haben einen wichtigen Schritt in Richtung Bürokratieabbau für Biobetriebe gesetzt. Damit die Vereinfachung in Österreich wirksam werden kann, braucht es nun eine rasche nationale Umsetzung.“ Für sie ist klar, dass dieser Beschluss die Arbeit vieler Landwirte erleichtern kann, sofern er konsequent umgesetzt wird. Der Abbau von administrativen Hürden schafft Freiräume, die in der Praxis dringend gebraucht werden, damit biologische Wirtschaftsweisen weiter gestärkt werden können.
Dringender Appell für die Zukunft der GAP
Riegler hebt jedoch hervor, dass der Erfolg dieser Reform an der zeitlichen Dimension hängt. „Die Verbesserungen im EU Recht kommen sehr spät in der laufenden GAP Periode. Deshalb ist es besonders dringlich, dass dieser Weg auch in der neuen GAP ab 2028 konsequent fortgesetzt wird“, betont sie. Die Anerkennung der Umweltleistungen müsse im Fördersystem ab 2028 sichtbar verankert werden, damit die Idee der Vereinfachung nicht zu einem kurzfristigen Signal verpufft. Biobetriebe leisten mit ihrer multifunktionalen Wirtschaftsweise einen wertvollen Beitrag. Ohne eine konsequente Fortsetzung der Reformen würde die nun beschlossene Entlastung im Alltag vieler Betriebe nur geringe Wirkung entfalten.
So zeigt die Entscheidung aus Brüssel die Richtung an. Sie schafft die Chance, biologische Landwirtschaft stärker zu honorieren und sie als tragende Säule einer zukunftsfähigen Agrarpolitik zu positionieren. Entscheidend wird sein, wie rasch und wie entschlossen nationale Regierungen diese Weichenstellung aufgreifen.





