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Neue Studie unterstreicht steigende Bedeutung bäuerlicher Direktvermarktung

Die bäuerliche Direktvermarktung – vom Ab-Hof-Verkauf bis zum Online-Shop – gewinnt in der heimischen Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Eine neue Studie zeigt, dass sie Familienbetriebe absichert, Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze schafft. Mehr als die Hälfte der Betriebe plant trotz Herausforderungen zusätzliche Investitionen.

Direktvermarktung schafft Arbeitsplätze und sichert Betriebe

Aktuell sind 29 % der Betriebe in der Direktvermarktung tätig, eine Steigerung gegenüber früheren Erhebungen. Der Anteil des Einkommens aus dem Verkauf eigener Produkte stieg auf durchschnittlich 36 %. LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger betont: „Zwei Drittel der Direktvermarkter sagen, dass sie damit den Bestand ihres Betriebes absichern. Zudem entstehen durchschnittlich 0,91 zusätzliche Arbeitsplätze pro Hof.“

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Hohe Investitionsbereitschaft trotz Kostensteigerungen

Während in manchen Urproduktionsbereichen Verzweiflung wegen steigender Kosten herrscht, ist in der Direktvermarktung Investitionsbereitschaft spürbar. Die Betriebe investierten in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 60.000 Euro in diesen Bereich, was einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,8 Milliarden Euro entspricht.

Glaube an die Zukunft und Arbeitsauftrag für die Politik

Moosbrugger hebt hervor, dass 91 % dieser Investitionen an österreichische Unternehmen vergeben wurden, wodurch 3.500 Arbeitsplätze in der vorgelagerten Wirtschaft gesichert werden. Mehr als die Hälfte der Direktvermarktungsbetriebe plant weitere Investitionen, insbesondere in Verkaufsräume, Maschinen und Produktionstechnik. „Dass 10 % der Betriebe ohne Direktvermarktung einen Einstieg in diesen Sektor erwägen, werten wir als klaren Arbeitsauftrag“, so Moosbrugger.

Bildungs- und Beratungsangebote absichern

Die Landwirtschaftskammer sieht es als ihre Aufgabe, gemeinsam mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut und Verbänden für passende Bildungs- und Beratungsangebote zu sorgen. Eine starke, ausreichend ausgestattete und national kofinanzierte Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) mit zukunftsweisenden Maßnahmen ist dafür unerlässlich.

Fleisch und Fleischprodukte am beliebtesten

Johannes Mayr, Geschäftsführer der keyQUEST Marktforschung, berichtet, dass Fleisch und Fleischprodukte mit rund 40 % die beliebtesten Direktvermarktungsprodukte sind, gefolgt von Eiern (19 %), Fruchtsäften und Wein (jeweils 18 %). Milch und Milchprodukte liegen auf dem fünften Platz, mit leicht sinkender Tendenz. Positive Trends zeigen sich bei Fruchtsäften, Ölen, Gemüseprodukten und Teigwaren.

Ab-Hof-Verkauf und Online-Shops im Aufwind

Der Ab-Hof-Verkauf bleibt mit 84 % der Betriebe und 50 % der Direktvermarktungsumsätze der wichtigste Vertriebsweg. Gastronomie (32 % der Betriebe, 8 % Umsatzanteil) und Zustellung/Lieferdienst (20 % der Betriebe, 7 % Umsatzanteil) folgen. Selbstbedienungs-Angebote und betriebseigene Online-Shops gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Karl Grabmayr, Obmann des Verbands „Gutes vom Bauernhof“, unterstreicht die Bedeutung der Studie: „Wir wollen Weiterentwicklungen, Herausforderungen und Chancen besser abschätzen und gezielt reagieren können.“ Der Verband vertritt alle bäuerlichen Direktvermarkter in Österreich und setzt sich für deren wirtschaftliche Stärkung, politische Vertretung und die Begeisterung der Konsumenten für bäuerliche Spezialitäten ein.

Petra Lechner, Direktvermarkterin, berichtet von den Vorteilen: „Wir haben den direkten Draht zu unseren Kunden, erhalten ehrliches Feedback und können mehr wirtschaftliche Stabilität durch selbstbestimmte Preisgestaltung erreichen.“

https://www.lko.at/

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