Die Anuga will ihrem Bio-Bereich 2027 mehr inhaltliches Gewicht geben. „Organic on Stage“ soll künftig nicht mehr nur klassisches Vortragsprogramm sein, sondern als Plattform für Debatten, unterschiedliche Perspektiven und aktuelle Fragen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft dienen.
Im Mittelpunkt stehen Themen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette relevant sind. Dazu zählen Landwirtschaft und Herstellung ebenso wie Bio-Fachhandel, Lebensmitteleinzelhandel und internationale Marktakteure.
Bio zwischen Wachstum und Glaubwürdigkeit
Die Anuga verweist darauf, dass Bio längst im Mainstream angekommen ist. Gleichzeitig entstehen neue Spannungsfelder: zwischen Wachstum und Glaubwürdigkeit, Preis und Wert, Handelsmarken und Pioniermarken sowie zwischen internationaler Skalierung und regionaler Verwurzelung.
Genau diese Fragen sollen 2027 auf der Bühne diskutiert werden. Auch kleinere Hersteller, landwirtschaftliche Betriebe, Verbände, Wissenschaft, Start-ups und langjährige Bio-Pioniere sollen ausdrücklich eingebunden werden.
Für die Landwirtschaft ist dieser Ansatz interessant, weil damit nicht nur die Perspektive großer Lebensmittelunternehmen oder Handelsketten berücksichtigt werden soll. Auch Produzenten und kleinere Marktteilnehmer sollen ihre Erfahrungen und Positionen in die Diskussion einbringen können.
Kleinere Akteure sollen stärker sichtbar werden
Nach Angaben der Anuga verändert der wachsende Bio-Markt auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der Branche. Deshalb sollen gerade kleinere Akteure und jene Betriebe, die den Bio-Markt über Jahre mit aufgebaut haben, auf der internationalen Fachmesse stärker sichtbar werden.
„Bio darf auf dem Weg in die Mitte des Marktes nicht diejenigen an den Rand drängen, die diesen Markt aufgebaut haben“, sagt YOOL-Geschäftsführer Hassaan Hakim. Ziel sei ein offener Austausch zwischen Pionieren, Fachhandel, kleineren Unternehmen, Lebensmitteleinzelhandel und internationalen Akteuren.
Neues Leitkonzept kommt Anfang 2027
Die konkrete Programmstruktur wird derzeit von Anuga und YOOL entwickelt. Anfang 2027 soll das neue Leitkonzept vorgestellt werden.
Zusätzlich ist ein Open Call geplant. Akteure aus der Bio-Branche können dabei eigene Themen, Perspektiven und Impulse für das Programm einreichen. Ergänzend sollen nationale und internationale Persönlichkeiten gezielt für das Bühnenprogramm gewonnen werden.
Für Bio-Betriebe, Produzenten und Verarbeiter könnte sich damit eine zusätzliche Möglichkeit ergeben, aktuelle Herausforderungen der Branche auf internationaler Ebene sichtbar zu machen und sich mit Handel, Wissenschaft und anderen Marktteilnehmern auszutauschen.
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