Die anhaltende Trockenheit setzt der österreichischen Landwirtschaft massiv zu. Mit einem 240 Millionen Euro schweren Hilfspaket reagiert die Bundesregierung nun auf die außergewöhnliche Situation. Vorgesehen sind Maßnahmen, die den landwirtschaftlichen Betrieben kurzfristig Liquidität sichern und gleichzeitig die Absicherung gegen künftige Wetterextreme stärken sollen.
Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Der entstandene Schaden in der heimischen Landwirtschaft wird bereits mit mehr als einer Milliarde Euro beziffert. Betroffen sind sämtliche Regionen und zahlreiche landwirtschaftliche Kulturen.
Vier Maßnahmen für die Betriebe
Ein zentraler Bestandteil des Pakets ist die einmalige Erhöhung des öffentlichen Prämienzuschusses für die Dürreversicherung bei der Österreichischen Hagelversicherung. Im Jahr 2027 soll der Zuschuss um zehn Prozentpunkte auf 65 Prozent steigen. Dafür stehen insgesamt 50 Millionen Euro von Bund und Ländern zur Verfügung. Auch Neueintritte in die Versicherung werden unterstützt.
Weitere 140 Millionen Euro fließen in eine befristete Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Damit soll die Liquidität landwirtschaftlicher Familienbetriebe unmittelbar verbessert werden.
Zusätzlich werden Betriebsmittelkredite über Zinszuschüsse vergünstigt. Bund und Länder stellen dafür 25 Millionen Euro bereit. Damit soll ein Kreditvolumen von bis zu 300 Millionen Euro ermöglicht werden. Finanziert werden können unter anderem der Zukauf von Futtermitteln, Saatgut, Düngemitteln und weiteren notwendigen Betriebsmitteln.
Auch beim Agrarinvestitionskredit wird angesetzt. Für bestehende Verpflichtungen werden Stundungen ermöglicht, wodurch Betriebe kurzfristig finanziellen Spielraum gewinnen. Dafür sind weitere 25 Millionen Euro vorgesehen.
Dürre bringt hohe Ertragsverluste
Besonders angespannt ist die Situation bei Futterkulturen. Beim Grünland wird mit einem Ertragsrückgang von mindestens 33 Prozent gerechnet, beim Silomais mit mindestens 25 Prozent. Gleichzeitig steigen die Preise für Grundfuttermittel. Für viele Betriebe bedeutet das zusätzliche Ausgaben, um die Versorgung ihrer Tiere sicherzustellen.
Das Hilfspaket soll deshalb vor allem dort ansetzen, wo rasch Liquidität benötigt wird. Gleichzeitig bleibt die landwirtschaftliche Risikoversicherung eine wichtige Säule der Absicherung gegen Wetterextreme.
Klimagesetz soll langfristige Orientierung schaffen
Neben den Sofortmaßnahmen wurde auch eine Einigung auf ein neues Klimagesetz erzielt. Das Ziel der Klimaneutralität Österreichs bis 2040 soll gesetzlich verankert werden. Bis Ende 2027 soll erstmals ein Klimafahrplan der Bundesregierung beschlossen werden. Darin sollen Sektorziele, konkrete Maßnahmen, Zeitpläne und Zuständigkeiten festgelegt werden.
Weitere Vorhaben betreffen die Beschleunigung von Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie ein Gesetz zu Carbon Capture and Storage. Beim Bodenschutz soll bis Ende 2026 ein Maßnahmenplan erarbeitet werden, um das Ziel einer täglichen Bodenversiegelung von 2,5 Hektar zu erreichen.
Damit verbindet das Paket kurzfristige Unterstützung für die von der Dürre betroffenen Betriebe mit längerfristigen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. In der Landwirtschaft laufen bereits verschiedene Ansätze, darunter die Entwicklung trockenheitstoleranter Sorten, effizientere Bewässerung und nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden.








